Ueli Grass,                           

Tschächli

CH-8783 Linthal,                   Kanton Glarus

Linthal - Braunwald

Video Produktion

Photo, Bilder Produktion

+41 79 456 75 87                          +41 55 653 10 90

u.grass@zuerich-city.org

 

Zürich-City

Stadtplan Zürich City, klicke auf Bild.

Katasterplan

Atelier im See

Steinskulpturen im Gleichgewicht

Lärmbelästigungen                             
Lärmdiagnose                                   

Kommentare                                      Gewalt und Lärm                            

Zürich City                                                     
Zürich Live                                        
Zürichs Geschichte

 

Eigene Links                              Atelier imSee                                     Video Produktionen                           Terraristik                                          Jenisch                                               Zigeuner-Schweiz                         Ueli Grass                                Sandra Müller 

Photo Grass

Linthal - Braunwald

Ausweisungsanzeige

Urteil Obergericht Zürich


Mail: Ulrich Grass                    


 

Gewaltszenen im Niederdorf / 27.November 2006 live  3,5 min

Gewaltszenen im Niederdorf / 2. August 2006 live 4 Sequenzen

Urteil Obergericht Zürich

Ausweisungsanzeige

Das Mietgericht ist nicht zuständig:

 "das ist ein Politikum und gehört nicht in unseren Bereich"

Das Obergericht:

"...im Rahmen des vorliegenden Ausweisungsverfahrens kann es nicht darum gehen, Lösungen zu suchen, um die Bevölkerung des Niederdorfes im Allgemeinen und die Beklagten im Besonderen vor Lärmimmissionen zu schützen. "

Gewaltszenen im "Dörfli" gefilmt


ZÜRICH. Der Steinkünstler Ueli Grass ist der Big Brother des «Lärmterrors» im Niederdorf: Er filmt alles mit.
 

Mit seiner Kamera hat der Steinkünstler Ueli Grass vom Wohnzimmerfenster aus nächtliche Gewalt- und Lärmszenen im Niederdorf gefilmt und diese auf einer DVD der Polizei übergeben, wie heute am Mittwoch berichtete. Nun geht sein Kampf gegen den nächtlichen Krach weiter: «Ich fordere eine Lärmkampagne der Stadt für das Dörfli, wie es sie bereits am See gab.»

Laut Charles A. Weibel von der Arbeitsgruppe «Lärm» des Quartiervereins rechts der Limmat würden die Dörflibewohner einen gewissen Lärmpegel in Kauf nehmen, aber: «Es gibt Leute, die haben das Gefühl, sie könnten ins Niederdorf kommen, um die Sau rauszulassen.» Zu jeder Tages- und Nachtzeit gebe es Polterabende. «Es ist wichtig, dass die Anwohner nicht ausziehen, sonst geht das Wohnquartier kaputt.»

Verzeigungen dank DVD

Die Stadtpolizei bekommt nur vereinzelt Rückmeldungen: «Aufgrund des DVD-Materials haben wir aber Verzeigungen ausgesprochen», sagt Sprecherin Judith Hödl. «Wir stehen in Kontakt mit dem Quartierverein, machen Patrouillen und sind auf Anzeigen angewiesen.»

Gewaltszenen im Niederdorf / 27.November 2006 live  3,5 min

Jetzt muss eine "Dörfli-Polizei" her


ZÜRICH. Lärm, Dreck und Vandalismus: Den Dörfli-Bewohnern reichts. Einige packen ihre Zügelkisten. Die Verbleibenden verlangen ein Durchgreifen der Polizei.

Jedes Wochenende wird das Niederdorf zur Partymeile – die Bewohner können oft kein Auge zutun. «Wir fordern eine Dörflipatrouille», sagt Charles A. Weibel von der «Arbeitsgruppe Lärm» des Quartiervereins zu heute. «Ich glaube, damit könnte mehr Geld gespart werden, als wenn die Polizei erst kommt, wenn wieder mal etwas kaputt geschlagen ist.» Die Beamten würden jeweils am Nachmittag patrouillieren, wenn es ruhig sei. Dem widerspricht Polizeisprecher Marco Cortesi: «Wir sind immer im Dörfli unterwegs.»

Ueli Grass wohnt am Hirschenplatz und hält sporadisch Schlägereien und Lärmszenen auf Video fest. «Du Arschloch rüersch mir d’Fläsche aa, du Feigling, Arschloch!», schreit ein junger Mann lautstark um vier Uhr morgens durch die Gassen. «Wir werden wohl nach über 20 Jahren ausziehen», sagt Grass. Er ist nicht der einzige. Charles A. Weibel befürchtet, dass mit der Abwanderung eine Party-Monokultur entsteht.

SP-Gemeinderat Andrew Katumba wohnt auch im Dörfli. Er will mit dem Quartierverein eine Sensibilisierungskampagne lancieren: «Bar- und Restaurantbetreiber sollen die Gäste mit Flyern und Schildern dazu auffordern, ausserhalb des Lokals auf die Nachtruhe der Dörflibewohner Rücksicht zu nehmen.»

 

Gratisanzeiger "Heute", 4.8.2006

Fotos, Screenshot, Ueli Grass, Niederdorfstrasse 20, 8001 Zürich

Das Resultat meiner Bemühungen

Beschwerde bei Obergericht des Kt. Zürich

Urteil Obergericht Zürich

Ausweisungsanzeige

 

Zürich-City-Schweiz. Eine Stadt wie sie wirklich lebt. Was positiv sowie auch negativ erlebt wird.

Zürich - City, eine Stadt zum gern haben.

Seit meiner Geburt, ja ich bin in Zürich geboren, zieht es mich immer wieder in diese Stadt. Die magisch Anziehung dieser "Menschenansammlung", "Krals" oder "Siedlung" wie es früher genannt wurde, ist  enorm. Kein Ort ist für mich so stark "Nest" wie Zürich. das Leben in dieser Stadt ist vielseitig, pulsierend, auch lähmend und langweilig. Diese Stadt beinhaltet das Atmen und auch dessen Stillstand. Nichts in dieser Stadt ist stabil. Dauernde Veränderung des Lebendigen, eine andere Situation. Mal macht es Angst, dann wieder überschwänglich oder es fliest einfach daher.

Echse in Natur.JPG (41342 Byte) Terraristik                            Jenisch Vater_Mutter_Pfarrer_1937_small.jpg (4832 Byte)

 

Canon Ex2-3-fach Zoom-Weitwinkel.jpg (52240 Byte) Video Produktionen              Wetter

 

Portrait des Page Inhabers

Tanz der Steine

Ueli Grass, Zürich-Schweiz

ein Portrait von Eva Rosenfelder, Winterthur; Januar 2002

 

Lebenskünstler Ueli Grass schichtete bis letzten Sommer am Zürichhorn Steine aufeinander, die jeglichen Gesetzen der Schwerkraft zu trotzen schienen. Die schwebenden Figuren zogen Passanten  in Bann. Das ihnen innewohnende Gleichgewicht faszinierte. Besondere Stimmung herrschte in der kleinen Bucht. Ein vorläufiges Ende hat die Idylle gefunden, weil Grass Karten seiner Idylle und CD s verkauft hatte, ohne über die entsprechende Bewilligung zu verfügen. Kulturbehörden und Verwaltungsbeamten konnten bisher trotz Vermittlungsversuchen des Ombudsmanns keine Lösung finden.

Wer ist der Mann am See, für den das Element Wasser Lebensbedingung ist?

Ein Besuch bei Ueli Grass in seiner Altstadt Wohnung, eine Begegnung vor Jahren am See malen das Bild eines starken Menschen, der niemals seine Mitte verloren hat.

 Am See

Ein bärtiger Mann tappt mit hohen Fischerstiefeln ins Wasser. Bedächtig wie ein Bär lässt er sich durch die neugierigen Blicke der Umstehenden nicht verunsichern. Er hebt einen grossen Steinbrocken an, wiegt ihn in den Armen und plaziert ihn zielsicher auf die Kante des darunter liegenden Steins, noch zwei weitere Steine folgen.  Eine Ausdrucksform für das Gleichgewicht. Alles was es dazu braucht sind schwere Steine, ruhige Hände und Zeit.

In aller Ruhe schafft er Gruppierungen tanzender Steinfiguren. Er steigt aus dem Wasser und setzt sich auf einen Campingstuhl. In stiller Freude betrachtet er die, die sein Werk bestaunen und versuchen Worte und Erklärungen zu finden. Im Hintergrund rieseln sphärische Klänge aus dem Rekorder. Das Geschehen bildet eine Einheit der besonderen Art, eine Insel der Ruhe. Stehenbleiben, Staunen, Rätseln.

Das sei eine göttliche Gabe, meint eine ältere Dame. Vergleiche werden angestellt: Stonehenge, der Steinkreis. Venus von Willendorf. Kraftplatz.

Grass lässt den Zuschauern Raum. Er deutet nicht. Er bringt ins Gleichgewicht.

Da ist das Wasser in seiner Weichheit und über ihm tanzen die harten Steinfiguren ihren vergänglichen Tanz, der schon durch einen heftigen Windstoss mit lautem Tosen sein Ende finden kann, so als hätte es ihn nie gegeben. Vergängliche Kunst.

 

Balanceakte im Leben

Obwohl früh mit Härte konfrontiert, hat Grass immer wieder seine Mitte gefunden.

Als Sohn einer jüdischen Mutter und eines jenischen Vaters wurde er 1943 geboren.

Erst 1985 hat er von der Stiftung „ Naschet Jenische“ erfahren, dass auch er ein „Kind der Landstrasse“ war. Die Eltern starben in seinem ersten Lebensjahr. Nie durfte er ihr Grab besuchen. Genaue Umstände ihres Todes hat er nie erfahren. Das lässt  viel Raum für Fragen und Befürchtungen. Aber aus seinen Wurzeln spielt eine kraftvolle Lebensmelodie: am 14. 11.01 wurde der Verein Schinagel (jenisch: „Arbeit“) gegründet, der sich für die Interessen des fahrenden Volkes einsetzt. Präsident ist Ueli Grass.

Er ist adoptiert worden von einem gutsituierten Ehepaar am Zürichsee. Kinderlos wie sie waren, wünschte sich der Vater einen männlichen Nachfolger. Aber Ueli hatte ein Feuer im Herzen. Erzieherische Massnahmen wurden ergriffen. Er verbrachte seine ganze Kindheit in verschiedenen Heimen. Immer wieder Trennungsschmerz. Das Zusammenstürzen seiner Steinfiguren schmerzt ihn auch manchmal: Wenn menschliche Hände mit Absicht das Gleichgewicht zerstören. Aber er baut auch dann wieder auf.

Die Kraft in ihm war schwer zu bändigen. Zwang und Strafe bewirkte das Gegenteil.

Freundschaft hat er immer in der Natur gefunden. Schon früh waren ihm Steine und Wasser Verbündete: Staudämme bauen, während die anderen Fussball spielten. Erste Steinfiguren.

Oder er grub Löcher im Gras, die er sanft auspolsterte für die Käfer, die darin wohnen sollten.

Träume in der Natur. Viel später, als er sich zum Fotograf wurde, setzte er die Naturbilder, die er betrachtet hatte auch künstlerisch um: Flechten auf Steinen, eigene mikrokosmische Welten. Eine Lehre als Maschinenschlosser brachte er hinter sich. Der Vater bot ihm dann seine Nachfolge an, falls er endlich parieren würde. Grass schlug aus.

Die Adoption wurde aufgelöst. Mit 20 Jahren bekam Grass den Namen seiner leiblichen Eltern und gewann seine Freiheit.

Schwere Steine packte er an, Lebensbrocken, stellte sie sorgfältig aufeinander, brachte sie in Balance, um immer wieder zuzuschauen, wie sie umkrachten durch die Windstösse des Lebens, Wellenschläge oder böswillige Absicht. Immer wieder baute er auf und sah sein Werk im Nichts verschwinden. Nomadentum. Befestigen will er seine Kunst nicht.

Die Vergänglichkeit ist ein Teil ihrer Aussagekraft ebenso wie die einfachen Mittel.

Zweimal war er verheiratet. Er war Fernfahrer in ganz Europa bis in den Orient, drehte Videofilme, bildete sich kaufmännisch weiter. Viele Begegnungen hatte er auf der Gasse. Als Gassenarbeiter, Freund, Mensch. Zürich ist für ihn Heimat.

Autonomie war ihm stets das Wichtigste. Nicht immer einfach. Manchmal waren Probleme mit Behörden die Folge. Ein in seiner Jugend zu Unrecht verpasster Schlag  eines Polizeiknüppels ist noch heute zu spüren. Der Rücken hat die Verletzung gespeichert, die Seele auch. Dennoch kommt aus der Tiefe immer wieder Kraft, aufzubauen.

 

Der Mensch in seiner ganzen Zerbrechlichkeit. Der Aufbau der Steine ist Wachsen, Einatmen, Hoffen. Wenn die Steine tanzen, dieser Moment des vollkommenen Gleichgewichts, entsteht Freiheit. Schmerz und Freude berühren sich. Schwere Materie erhebt sich in absoluter Leichtigkeit. Das Zusammenfallen ist Sterben. Ausatmen, Loslassen. Was bleibt ist der Wasserspiegel des Sees. Für Grass zeigt der Vorgang den Menschen in seiner ganzen Zerbrechlichkeit. Immer wieder hat er diese Vorgänge wiederholt. Jetzt ist der Platz am See leer. Die alte Weide wiegt ihre Äste im Wind, beugsam und weich.

Warum wohl hart und weich so schwierig zu verbinden sind, mag sie sich fragen. Es bleibt zu hoffen, dass die Zürcher Verwaltungsbehörden eine menschliche Antwort darauf finden. Viele Passanten werden sonst nächsten Sommer den Tanz der Steine über dem See vermissen.

 

Letzte Änderung am 20.02.2007